Nachdem Gold (XAU/USD) in der letzten Woche des Jahres mehr als vier Prozent verloren hat, hat es wieder bullisch Fahrt aufgenommen, als sich die Handelsbedingungen normalisierten.
Obwohl XAU/USD nach der Rallye zu Wochenbeginn in eine Seitwärtsbewegung überging, konnte es auf Wochensicht Gewinne verbuchen. Die Inflationsdaten aus den USA im Dezember und neue geopolitische Entwicklungen könnten den Kurs von Gold kurzfristig beeinflussen.
Gold hat zwischen Weihnachten und Neujahr starke Verluste verzeichnet. Weil es keine wichtigen Nachrichten gab, dürfte vor allem die Gewinnmitnahme für diese Bewegung gesorgt haben. Zudem haben geringe Handelsvolumen die Verluste verstärkt.
Als sich der Markt wieder beruhigte, legte XAU/USD zu und stieg am Montag um mehr als 2,5 Prozent.
Außerdem sorgten steigende geopolitische Spannungen durch die Meldung, dass das US-Militär in Venezuela eingezogen ist und Präsident Nicolás Maduro sowie dessen Frau am Wochenende festgenommen wurden, dafür, dass Gold von Flucht in sichere Anlagen profitieren konnte.
Nach einer weiteren Rallye am Dienstag mit einem Anstieg von einem Prozent führten die wieder stärkere US-Dollar-Stärke sowie die Entscheidung der CME Group, die Margins für Gold- und Silber-Futures anzuheben, dazu, dass XAU/USD an Schwung verlor.
Die veröffentlichten Daten der Automatic Data Processing (ADP) zeigten am Mittwoch, dass die privaten Arbeitsplätze in den USA im Dezember um 41.000 zunahmen, nachdem sie im November um 29.000 gesunken waren.
Dazu kam, dass das Institute for Supply Management (ISM) berichtete, dass der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich (PMI) im Dezember auf 54,4 gestiegen ist, nach 52,6 im November.
Außerdem lag der Beschäftigungsindex der PMI-Umfrage erstmals seit Juni wieder über 50 und damit im Wachstumsbereich.
Diese Daten deuten darauf hin, dass die US-Notenbank (Fed) ihre Politik im Januar voraussichtlich nicht ändert. Gold gab zur Wochenmitte etwas nach und bewegte sich dann seitwärts.
In der Zwischenzeit hat China Exportkontrollen für Silber (XAG/USD) angekündigt. Durch diese Entwicklung stieg der Silberpreis deutlich und legte zum Wochenstart innerhalb von zwei Tagen mehr als 10 Prozent zu.
Obwohl die CME die Margins für Silber erhöhte und XAG/USD dadurch stark nachgab, fiel das Gold/Silber-Verhältnis, also die Menge an Silber-Unzen, die man für eine Gold-Unze braucht, im Wochenverlauf um fast vier Prozent.
Mit knapp 57 liegt das Gold/Silber-Verhältnis aktuell auf dem tiefsten Stand seit August 2013.
Am Freitag meldete das US-Arbeitsministerium (BLS), dass die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft im Dezember um 50.000 gestiegen ist. Erwartet wurden 60.000 neue Jobs.
Zudem sank die Arbeitslosenquote leicht von 4,6 auf 4,4 Prozent. Die Reaktion am Markt auf die Arbeitsmarktdaten blieb kurz, und Gold bewegte sich vor dem Wochenende in der oberen Hälfte der Wochenrange.
Der Wirtschaftskalender zeigt in dieser Woche wenige wichtige Datenveröffentlichungen. Am Dienstag veröffentlicht das BLS die Inflationsdaten (CPI) für Dezember.
Auch der Einzelhandelsumsatz sowie der Erzeugerpreisindex für November werden in den US-Wirtschaftsdaten erscheinen, dürften aber von den Marktteilnehmern kaum beachtet werden.
Die Inflationsdaten für Dezember dürften die Entscheidung der Fed im Januar kaum beeinflussen. Überraschungen, insbesondere beim monatlichen Kern-CPI, könnten jedoch die Märkte bewegen.
Ein Wert von 0,3 Prozent oder mehr könnte die Sorge vor anhaltender Inflation wieder aufleben lassen und den USD kurzfristig stärken.
Andersherum hätte ein Wert unter 0,2 Prozent wahrscheinlich den gegenteiligen Effekt und könnte XAU/USD Auftrieb geben.
Investoren werden die geopolitischen Schlagzeilen in dieser Woche genau verfolgen. US-Außenminister Marco Rubio plant Treffen mit Vertretern aus Dänemark und Grönland.
In einem Interview mit der NY Times hat US-Präsident Donald Trump erneut betont, dass er Grönland übernehmen wolle. „Eigentum ist sehr wichtig”, sagte Trump der Zeitung.
Es ist schwer zu sagen, wie die Entwicklung in dieser Angelegenheit weitergeht. Dennoch könnte eine Verschärfung der Spannungen zwischen der EU und den USA dazu führen, dass Investoren Schutz suchen.
In diesem Fall könnte Gold an Stärke gewinnen.
Die Unruhen im Iran, die durch Proteste gegen die Regierung im ganzen Land ausgelöst wurden, unter anderem in der Hauptstadt Teheran, könnten ebenfalls die Risikostimmung in nächster Zeit beeinflussen.
US-Präsident Trump sagte, dass die USA militärisch gegen Iran vorgehen könnten, falls die Behörden tödliche Gewalt gegen Demonstrierende anwenden.
Ein sich verschärfender Konflikt im Iran und eine aktive Beteiligung der USA könnten Gold weiterhin durch Zuflüsse in sichere Anlagen stärken.
Der Beitrag Gold Prognose: Schwankender Wochenstart 2026 – Märkte reagieren auf US-Daten und geopolitische Lage erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


