Während die öffentliche Einführung noch Monate entfernt ist, werden bereits in Regierungsbudgets, Banken und Zahlungsinfrastrukturen die Grundlagen gelegt.
Wichtigste Erkenntnisse
Im Zentrum des Projekts steht die Bank von Russland, die den digitalen Rubel als dritte Form des nationalen Geldes neben Bargeld und Bankeinlagen positioniert hat. Seit Anfang dieses Jahres wird die Währung Berichten zufolge hinter den Kulissen für regierungsbezogene Zahlungen verwendet, einschließlich Übertragungen mit Bundesinstitutionen. Anstatt einer plötzlichen Einführung scheinen die Behörden das System schrittweise in zentrale Finanzabläufe einzubetten.
Die Einführung des digitalen Rubels in Russland ist so konzipiert, dass sie sich über mehrere Jahre erstreckt. Große Banken und bedeutende Unternehmen werden zunächst priorisiert, wobei die obligatorische Unterstützung für Transaktionen mit digitalen Rubeln ab 2026 schrittweise beginnen soll. Kleinere Banken und Einzelhändler werden später folgen, während Kleinstunternehmen weitgehend von Compliance-Anforderungen geschützt sind.
Dieser gestaffelte Ansatz spiegelt das Bemühen wider, Störungen zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass die größten Finanzakteure des Landes bereit sind, digitale Währungsströme in großem Umfang zu bewältigen. Bis die vollständigen Verpflichtungen in Kraft treten, wird erwartet, dass die meisten Alltagsverbraucher dem digitalen Rubel über Banken und große Händler begegnen werden, anstatt über Nischen-Pilotprogramme.
Eines der strategischsten Elemente des Plans ist die Einführung eines einzigen, universellen QR-Codes für bargeldlose Zahlungen. Das vom Nationalen Zahlungskartensystem entwickelte System soll digitale Zahlungen an der Kasse vereinheitlichen und die durch konkurrierende QR-Lösungen verursachte Fragmentierung reduzieren.
Banken sind verpflichtet, diesen Standard bis 2026 zu unterstützen und ein gemeinsames Schienensystem zu schaffen, das den digitalen Rubel neben anderen Zahlungsmethoden aufnehmen kann. Der Schritt signalisiert einen umfassenderen Versuch, inländische Zahlungen zu modernisieren und sie gleichzeitig unter zentralisierter Aufsicht zu halten.
Um die Akzeptanz zu beschleunigen, haben die Behörden Transaktionsgebühren für Zahlungen mit digitalen Rubeln im Zusammenhang mit Steuern, staatlichen Gebühren und anderen staatlichen Verpflichtungen entfernt. Indem sie den digitalen Rubel bei Geschäften mit dem Staat günstiger machen als traditionelle Zahlungsmethoden, schaffen die politischen Entscheidungsträger einen klaren finanziellen Anreiz für Einzelpersonen und Unternehmen, ihn zu verwenden.
Diese Strategie spiegelt frühere Bemühungen wider, die in anderen Ländern zu sehen sind, die mit digitalen Zentralbankwährungen experimentieren, bei denen Kostenvorteile genutzt werden, um Nutzer zu neuen Systemen zu bewegen, ohne direkte Mandate.
Analysten sagen, der digitale Rubel könnte Russlands inländischen Zahlungsmarkt erheblich verändern. Natalia Milchakova von Freedom Finance Global hat gewarnt, dass die weit verbreitete Nutzung des CBDC die Transaktionsvolumina von kartenbasierten Systemen wie MIR untergraben könnte, wodurch der inländische Kartenmarkt jährlich um hohe einstellige Prozentsätze schrumpfen könnte.
MIR stieg zur Dominanz auf, nachdem internationale Kartennetzwerke 2022 aus Russland ausgeschieden waren, aber der digitale Rubel führt einen neuen staatlich unterstützten Wettbewerber ein, der völlig außerhalb des traditionellen Kartenmodells operiert. Selbst wenn ausländische Zahlungsnetzwerke auf den Markt zurückkehren würden, würde ihr Einfluss wahrscheinlich durch die wachsende Rolle staatlich kontrollierter Alternativen eingeschränkt bleiben.
Trotz des Vorstoßes beim digitalen Rubel ziehen russische Regulierungsbehörden weiterhin eine scharfe Unterscheidung zwischen dem CBDC und Kryptowährungen. Während die Zentralbank Vorschläge zur Regulierung des Krypto-Handels bis Ende 2025 vorgelegt hat, hat sie wiederholt betont, dass Krypto-Assets nicht als Geld behandelt werden und von inländischen Zahlungen ausgeschlossen bleiben.
Im Gegensatz dazu wird der digitale Rubel als Stabilitätsinstrument dargestellt – vollständig staatlich ausgegeben, streng kontrolliert und direkt in Russlands Finanzsystem integriert.
Anstatt eines auffälligen öffentlichen Debüts schreitet Russlands digitaler Rubel durch stille Integration voran. Bis er Verbraucher in großem Umfang erreicht, könnte ein Großteil der Finanzinfrastruktur des Landes bereits darauf aufgebaut sein.
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