- Die BIZ erklärte, dass Kryptoasset-Dienstleister weit über Handel und Verwahrung hinaus in Produkte expandiert haben.
- Das Papier besagt, dass viele große Unternehmen heute als „multifunktionale Kryptoasset-Intermediäre" agieren.
- Die BIZ warnte, dass diese Unternehmen Kredit-, Liquiditäts- und Fälligkeitsrisiken ohne aufsichtsrechtliche Schutzmaßnahmen eingehen können.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich erklärte, dass die rasante Entwicklung von Kryptoasset-Dienstleistern zu Finanzintermediären den Bedarf an robusten aufsichtsrechtlichen Rahmenwerken unterstreicht. In einem neuen Papier des Financial Stability Institute, das am 23.04.2025 veröffentlicht wurde, stellte die BIZ fest, dass die größten Krypto-Unternehmen nun ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbieten, das weit über den grundlegenden Handel und die Verwahrung hinausgeht.
Dem Papier zufolge bieten viele dieser Unternehmen mittlerweile Rendite- und Ertragsprodukte, Margin- und besicherte Kredite, Derivaten sowie Token-Ausgabe an. Die BIZ erklärte, dass einige dieser Aktivitäten den Finanzintermediationsfunktionen, die traditionell von Banken und Prime Brokern ausgeführt werden, sehr ähneln. Daher argumentierte sie, dass viele große Anbieter besser als multifunktionale Kryptoasset-Intermediäre, oder MCIs, beschrieben werden.
BIZ: Krypto-Unternehmen übernehmen nun bankähnliche Funktionen
Die BIZ erklärte, das Problem bestehe nicht nur darin, dass Krypto-Unternehmen mehr Produkte anbieten. Es liege daran, dass sie zunehmend Risikotransformationen vornehmen, die dem Bankgeschäft ähneln. Wenn MCIs Kryptoassets von Kunden über Investitions- oder Ertragsprogramme annehmen und diese Vermögenswerte dann zur Finanzierung von Krediten, Market-Making oder anderen Operationen verwenden, gehen sie Kredit-, Liquiditäts- und Fälligkeitsrisiken ein.
Bemerkenswert ist, dass das Papier besagt, viele Ertragsprodukte übertragen das Eigentum an Kundenvermögen auf den Intermediär und schaffen kurzfristige einlösbare Verbindlichkeiten, die wirtschaftlich Einlagen ähneln. Einerseits könnten Kunden diese Produkte als einfache Rendite-Konten betrachten. Andererseits erklärte die BIZ, dass sie viel eher wie ungesicherte Finanzierung für undurchsichtige interne Aktivitäten funktionieren können.
Die BIZ erklärte auch, dass Margin-Kredite und Derivaten sowohl Kredit- als auch Marktrisiken verstärken. Unterdessen operieren viele dieser Unternehmen ohne Einlagensicherung, Liquiditätssicherung durch Zentralbanken oder vergleichbare aufsichtsrechtliche Schutzmaßnahmen, die für traditionelle Intermediäre bei ähnlichen Aktivitäten gelten.
Das Papier verweist auf Celsius, FTX und den Crash von 2025
Das Papier verwies auf mehrere Beispiele, wie sich diese Risiken materialisieren können. Es nannte die Zusammenbrüche von Celsius Network und FTX im Jahr 2022 sowie den Kryptoasset-Flash-Crash vom Oktober 2025 als Belege dafür, dass Schwachstellen in großen Krypto-Intermediären sich schnell ausbreiten können.
Laut BIZ wird das Problem ernster, je mehr diese Unternehmen Verbindungen zum traditionellen Finanzwesen vertiefen. Das Papier betonte auch, dass viele MCIs keine Finanzberichte veröffentlichen, während die Datenverfügbarkeit und Berichtsstandards im Vergleich zu denen für traditionelle Finanzintermediäre unterentwickelt bleiben.
Dennoch plädierte die BIZ nicht für eine einzige enge Regel. Sie sagte, der effektivste Politikmix kombiniere entitätsbasierte und aktivitätsbasierte Regulierung. Das umfasse Kapital- und Liquiditätspuffer, Governance- und Risikomanagementanforderungen sowie Stresstests für Unternehmen, die im Bereich der Finanzintermediation tätig sind.
BIZ fordert stärkere aufsichtsrechtliche Aufsicht
Die BIZ erklärte, dass noch mehrere politische Herausforderungen angegangen werden müssen. Dazu gehören unvollständige regulatorische Abdeckung von Kredit-Aktivitäten, die Notwendigkeit einer effektiven grenzüberschreitenden Aufsichtskooperation, begrenzte Aufsichtsressourcen und schwache Berichtsstandards in Krypto-Märkten.
Die BIZ beschreibt die größten Krypto-Plattformen jedoch nicht mehr nur als Plattformen. Sie behandelt sie als Intermediäre, die zunehmend wie Schattenbanken agieren, während sie weiterhin ohne das vollständige aufsichtsrechtliche Rahmenwerk operieren, das das traditionelle Finanzwesen erfordern würde.
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Source: https://coinedition.com/bis-warns-crypto-exchanges-are-acting-like-shadow-banks/








